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Intimität und Stoma

Sexualität ist ein Grundbedürfnis aller Menschen, doch das sexuelle Verlangen und das Sexualverhalten können durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst werden, wie beispielsweise Krankheiten, psychisches Befinden und körperliche Veränderungen.

Ein chirurgischer Eingriff kann eine Herausforderung für die Sexualität, das Körperbild und das Selbstwertgefühl darstellen. Daher ist es wichtig, schon vor einer Operation, bei der Sie ein Stoma erhalten, über diese Themen zu sprechen. Das frühzeitige Ansprechen des Themas kann beruhigend wirken, Wissen vermitteln und Sicherheit für das schaffen, was bevorsteht.

Um die Vorbereitung und Anpassung vor der Operation zu erleichtern, kann es hilfreich sein, über Folgendes nachzudenken:

  • Welche Art von Operation Sie vor sich haben.
  • Warum die Operation notwendig ist.
  • Verlauf und Prognose der Erkrankung.
  • Ob der Stoma vorübergehend oder dauerhaft ist.
  • Dinas derzeitige Beziehungen und ihr Umfeld.
  • Stomins Platzierung.

Die Zeit unmittelbar nach der Operation kann manchmal emotional schwierig sein, auch wenn Sie Unterstützung um sich herum haben. Es ist normal, Trauer über einen veränderten Körper zu empfinden, sich anders zu fühlen oder ein Gefühl des Kontrollverlusts zu haben. Auch Ängste beispielsweise vor Gerüchen, Undichtigkeiten oder der Reaktion des Partners und der Freunde können auftreten. Viele Menschen machen sich außerdem Gedanken darüber, ob sie weiterhin ein normales Sexualleben führen können. Diese Gedanken und Gefühle sind völlig normal. Zögern Sie nicht, sie mit Ihrem Stomatherapeuten oder einem anderen Gesundheitsdienstleister zu besprechen.

Denken Sie daran – Sie sind dieselbe Person wie vor der Operation. In vielen Fällen können Sie sogar feststellen, dass Sie stärker geworden sind, je nach Hintergrund der Operation.

Die Genesung nach einer Stomaoperation verläuft in verschiedenen Phasen und sieht bei jedem Menschen anders aus. Es ist wichtig, dass Sie Ihre eigenen Voraussetzungen, Bedürfnisse und Ihre Persönlichkeit berücksichtigen. In Bezug auf Sexualität geht es vor allem darum, sich mit dem von Ihnen verwendeten Stomabeutel wohlzufühlen. Seien Sie geduldig, probieren Sie verschiedene Dinge aus und versuchen Sie, offen zu sein und mit Ihrem Partner zu sprechen. Für manche kann es hilfreich sein, den Partner in die Stomapflege einzubeziehen, da dies oft zu mehr Verständnis und Nähe führt.

Nimm dir die Zeit, die du brauchst, um dich bereit zu fühlen. Es ist wichtig, dass sich beide Partner sicher und wohl fühlen. Intimität kann auf viele Arten ausgedrückt werden – durch Berührungen, Umarmungen und Küsse. Denk daran, dass Intimität nicht immer Geschlechtsverkehr bedeuten muss. Entdeckt gemeinsam, welche Stellungen und Situationen sich gut anfühlen.

Weitere praktische Tipps für intime Momente sind beispielsweise die Verwendung eines kleinen Beutels, der oft diskreter wirkt, oder Unterwäsche, in der man sich sexy fühlt. Bei dünnflüssigem Stuhlgang kann ein Superabsorber im Beutel zusätzliche Sicherheit bieten, indem er den Inhalt fester macht. Es ist außerdem ratsam, den Beutel vor sexuellen Aktivitäten zu entleeren oder gegen einen neuen auszutauschen.

Eine Stomaoperation bedeutet oft eine Verbesserung der Lebensqualität, aber es ist ganz natürlich, dass man manchmal Unsicherheit oder einen vorübergehenden Einbruch des Selbstbewusstseins verspürt. Wenn Ihnen etwas schwerfällt, wenden Sie sich an Ihren Stomatherapeuten oder einen anderen Gesundheitsdienstleister, um Unterstützung und Gespräche zu erhalten. Der Beitritt zu einer Selbsthilfegruppe kann ebenfalls wertvoll sein – dort können Sie andere Menschen mit ähnlichen Erfahrungen treffen und Gedanken und Ratschläge austauschen.